Dienstag, 3. Oktober 2017

Die Kartoffelernte ist abgeschlossen und ein Schlußstrich kann gezogen werden

Es ist also vollbracht. Mein Kartoffel-Jahr ist abgeschlossen. Die letzten Knollen sind geerntet. Nun kommt das Sortieren, Lagern, Verkosten, Genießen in unzähligen Kartoffelgerichten. Und es kommt die schwere Entscheidung, welche Sorten ich vielleicht nächstes Jahr gar nicht mehr anbaue. 

Mein  Grundstückchen unten am Dorfweiher

Zuerst aber einmal kommt doch noch mal mit in meinen Garten unten am Dorfweiher. 

Warum ich immer von unten rede, sieht man hier am Foto sehr gut. Der Blick vom Garten aus hinauf zum Haus. 



Blick vom Weihergarten zum Wohnhaus (c) by Joachim Wenk
Blick vom Weihergarten zum Wohnhaus (c) by Joachim Wenk

Hier ein Blick in Richtung Dorfmitte. Man sieht, wie der Garten direkt an der Dorfstraße liegt. 

Der Weihergarten liegt direkt an der Dorfstraße  (c) by Joachim Wenk
Der Weihergarten liegt direkt an der Dorfstraße  (c) by Joachim Wenk

Gleichzeitig so romantisch direkt am Ufer des Weihers.  Ein Geschenk so ein Grundstückchen bewirtschaften zu dürfen. Dies war der zweite Sommer und die erste Saison, in der ich das Grundstück von Frühjahr an bewirtschafte.

Der Weihergarten liegt natürlich auch am Dorfweiher (c) by Joachim Wenk
Der Weihergarten liegt natürlich auch am Dorfweiher (c) by Joachim Wenk



Seht mal, wie die Kartoffeln schon direkt an der Erdoberfläche liegen. Ich habe sie damals nur in einen leichten Graben gepflanzt. Der wurde mit dem Rechen danach nur zugezogen. Angehäufelt wird nicht. Unnötige Arbeit. Schließlich kam eine etwa 10 dicke Mulchschicht aus Stroh auf die ganze Fläche.

Das Stroh ist jetzt beinahe vollkommen verrottet und die Kartoffeln liegen direkt unter der Strohschicht. Sie mußten sich nicht anstrengen, in der Erde zu wachsen und ich muß  mich nicht sonderlich anstrengen, sie auszugraben. Die Handschaufel genügte. Und so rutsche ich auf allen Vieren, was die rückenschonendste Haltung ist, wieder Reihe für Reihe durch den Garten. Wieder ist die Ernte sehr zufriedenstellend.



erntereife Kartoffeln  (c) by Joachim Wenk
erntereife Kartoffeln  (c) by Joachim Wenk


Leider weiß ich jetzt aber auch, so denke ich , warum meine 40 im Frühjahr gesetzten Grünspargel nicht austrieben. Nur drei oder vier und die sind dann unter dem Unkraut und Kürbissen verschwunden, weil ich keine Lust mehr hatte mich um den Spargel zu kümmern.

Die Antwort auf meine Frage lautet schlicht: Wühlmäuse.

Etliche Kartoffeln sind angefressen und nicht mehr verwertbar. Meiner Ernte macht das nicht viel. Aber ich denke, die Viecher haben im Frühjahr die Grünspargelwurzeln aufgefressen. Warum sonst kommt von dutzenden Pflanzen, die im Fachhandel gekauft wurden, keine zum Wachsen?

Die späten Lagerkartoffeln sind nun auch geerntet


Die Kübel mit den Kartoffeln werden den Berg hinauf gezogen und in der Wiese zum Fototermin ausgekippt.

Das hier ist die Sorte Cara. Eine späte Lagerkartoffeln, widerstandsfähig gegen die Krautfäule und trockenheitstolerant. Die Kartoffeln sind sehr groß aber auch mit vielen sehr kleinen dabei. 34 Kartoffeln habe ich gesteckt und nun 13 kg Speisekartoffeln geerntet.

Kartoffeln Sorte Cara  (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln Sorte Cara  (c) by Joachim Wenk

Daneben war noch die Sorte Sarpo Mira zu ernten. Ebenfalls eine sehr widerstandsfähige Lagerkartoffel. Wieder viele große und sehr große Kartoffeln aber auch eine Menge sehr Kleiner. Die Knollen aber sind schön, haben eine feste Schale und sind gesund.

14 vorgetriebene Kartoffeln gepflanzt und 8 kg Speisekartoffeln geerntet.


Kartoffeln Sorte Sarpo Mira (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln Sorte Sarpo Mira (c) by Joachim Wenk


Das ganze Grundstückchen von etwa 35 qm wurde nun, da es vollkommen abgeerntet ist, natürlich sofort wieder mit Mulch bedeckt. Offene Erde ist immer schlecht fürs Bodenleben. Und genau das ist mir ja so wichtig. Wir haben wieder Rasenschnitt verteilt.

Der Gemüsegarten ist abgeerntet und gemulcht (c) by Joachim Wenk
Der Gemüsegarten ist abgeerntet und gemulcht (c) by Joachim Wenk


Wenn ich alles zusammen rechne, habe ich im Frühjahr fast 100 vorgetriebenen Kartoffeln der unterschiedlichen Sorten  gepflanzt. Nun durfte ich etwa 85 kg Speisekartoffeln wieder ausgraben. Alles zusammen gerechnet eine sehr gute Ernte. Einige Sorten brachten überdurchschnittlich viel Ertrag und andere sehr sehr wenig. Leider gehört  die ansonsten gute Sorte Duke of York zu den absoluten Etragsminimalisten. Ich denke, als Frühkartoffel muß ich mir eine andere Sorte aussuchen. Auch schon im vergangenen Jahr brachte der Duke keine Ernte. Daher schließe ich darauf, daß er nicht zu mir und meinen Gärten passt. 


Wenn Gemüse zum Unkraut wird

Zum Abschluß noch eine lustige Beobachtung, die ich in den letzten Tagen machen durfte. 

Salat. 

Salat? Ja! Salat.  Er geht überall auf und in jeder Ecke finde ich kräftige junge Salatpflanzen in den Gemüsebeeten. Wie Unkraut wächst er da. 

Wer sich nun fragt, wie das geht, soll Antwort erhalten.

Im Frühjahr hatte ich zu viele Pflanzen gezogen. Einige schossen, weil sie absolut zu lange im Beet standen. Ich ließ ein paar blühen, weil ich Samen abnehmen wollte. Da ich nur samenechte Sorten baue, ist das kein Problem. Diese winzigen Samen, wie beim Löwenzahn mit Flugschirmen ausgerüstet, wurden natürlich vom Wind auch in den Beeten verteilt. Das Ergebnis sieht man jetzt. 



wild aufgegangene Salatsämlinge (c) by Joachim Wenk
wild aufgegangene Salatsämlinge (c) by Joachim Wenk

wild aufgegangene Salatsämlinge (c) by Joachim Wenk
wild aufgegangene Salatsämlinge (c) by Joachim Wenk
wild aufgegangene Salatsämlinge (c) by Joachim Wenk
wild aufgegangene Salatsämlinge (c) by Joachim Wenk


Nicht so kräftig wie die wild aufgegangen, sind die von mir ausgesäten Wintersalate. Nun sind die restlichen aus pikiert und ich bin gespannt, ob das noch kräftige Pflanzen werden. Immerhin sollen sie ja den Winter draußen im Beet verbringen können. Vier Sorten will ich testen. Ob da im Frühjahr noch welche da sind und ob ich wohl Salat ernten werde?

Wintersalatsorten als Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk
Wintersalatsorten als Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk

Kommentare:

  1. Hallo Achim,
    meinen Glückwunsch zur gewaltigen (trotz Wühlmäusen) Kartoffelernte! Ich denke, im nächsten Jahr werde ich einige wenige stecken, es ist nicht arbeitsintensiv und die Ernte macht solchen Spaß. Dieses Jahr hatten wir keine. Die Wühlis haben hier gerade den Garten komplett gefräst. Lange Zeit war Ruhe, jetzt wühlen sie sich kreuz und quer.
    Hihi, solche Salatsämlinge habe ich am Wochenende auf den Gemüsegartenwegen entdeckt. Es ist also durchaus sinnvoll, auch mal Salat aussamen zu lassen. Magst Du verraten, welche Wintersalate Du da vorgezogen hast?
    Liebe Grüße
    Karen

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    1. ZUmindest gehe ich davon aus, daß es Wühlmäuse sind. Wer sonst nagt die Knollen mit Nagezähnen, die charakteristische Spuren hinterlassen haben, an? Klar verrate ich dir das Geheimnis meiner Wintersalate. Es sind Valdor, Chez-le-bart, brauner Winter (brune d'hiver), Larissa und Gaindorfer Winter. Halt einfach alles, was ich Wintersorten gefunden habe, die sind nämlich nicht unbedingt Allerwelts-Samen. Man muß schon gut danach suchen. Jetzt bin mal gespannt, ob sie wachsen und wie sie wachsen.

      Liebe Grüße Achim

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  2. Das sollte ich auch mal versuchen. Ich kaufe einfach ganz zeitig im Frühjahr Jungpflanzen und lasse sie blühen....ich war nämlich noch nie gut im Salat selber vorziehen.
    Die Tomaten habe ich, dank deines Posts natürlich sofort aus dem Beet geholt. Bin ganz froh, denn nun mag man ja gar nicht mehr in den Garten gehen...gruseliges Wetter.
    Mein Schwiegervater baut immer für uns Kartoffeln an....die müssen wir auch bald mal ernten gehen. Leider nun 500 km Entfernung. Aber der alte Herr schafft das nicht mehr mit dem Rücken. Die Methode, zu mulchen anstatt Anhäufeln ist ja genial. Hast du das irgendwo gelesen?
    LG Sigrun

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    1. Hallo Sigrun, da muß ich dich enttäuschen mit dem gekaufen Salat. Ausser du kaufst in einer bio-Gärtnerei und fragst nach dem Sortennamen. Normalerweise bauen gewerbliche Anbieter nur noch F1 Pflanzen an. Wenn der sich aussät ( und da kann es sein, dass er nicht mal mehr blühen kann, sondern einfach wegfault wenn er überreif ist) bekommst du jungen Salat der den Eltern der gekauften Sorte entspricht und das ist leider immer Mist. Die gekaufte Sorte lässt sich nicht durch Samen von dir vermehren. Ich baue nur samenechte Sorten an, da kann man immer die Samen verwenden und erhält die selbe Sorte, wie die, dich ich ursprünglich hatte. Meine jungen selbstgesäten Salate sind daher ganz sicher auch wieder dieses Sorte. (Wenn ich nur wüsste, welche es war.....Jedenfalls ein ganz früher für zeitiges Frühjahr)
      Kartoffeln anhäufeln oder nicht, liest man immer wieder und ich weiß es schon lange. Im Frühjahr hatte ich es in einem umfangreichen Berichte eines Gartenfachmagazines wieder gelesen. Und wußte, ich probier das auch, um mir Arbeit zu sparen. Und es war so gut, daß ich es künftig immer so machen werde. Wenn du allerdings sehr kalten und sehr feuchten oder lehmigen Boden hast ist wohl Anhäufeln besser. Die Berge erwärmen sich eher, sind nicht unter Wasser, während sie ohne Hügel wohl im Wasser stehen würden. Bei mir ist es eher (sehr) trocken und warm.Das heißt würde ich, wie sonst immer, anhäufel, wären sie noch trockener und die Erde noch wärmer, wo Kartoffeln aber kühle und feuchte (aber halt nicht nasse ) Erde wollen. Es gibt niemals eine Methode für alle, daher schreibe ich dir das Für und wieder. Kommt aber immer mal auf einen Versuch an. Starte ihn und sieh selbst, ob es was für dich ist.

      Liebe Grüße Achim

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    2. Danke, Achim. Ich will ja auch keine F1 Pflanzen in meinem Garten haben. Dann muss ich mich also doch mal mit Selbstaussaat beschäftigen. Wird schon klappen. Es klappt auch bei Feldsalat gut, ihn blühen und aussamen zu lassen.
      Ich habe ja auch so einen heißen und trockenen Garten. Das Beet ist in voller Sonne. Da erscheint mir dein Mulchvorschlag eher passend. Mir waren im Juni die Erdbeeren verbrutzelt...so heiß ist es da geworden...;-)
      LG Sigrun

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    3. Sigrun, Salat ist wirklich sehr leicht selbst zu ziehen, da gibt es weiß Gott andere Gemüse, die einen zur Verzweiflung bringen können. Und er ist so unendlich zart als Pflänzchen und dann im Beet so unendlich hart im Nehmen. Der geht mir auch bei Hitze und Dürr an, bei Kälte und Regen. Einfach immer. Lass dich überraschen und wage es.
      Na und mit den Kartoffeln scheinst du ja genau die Richtige für Mulch statt Hügel zu sein. Allerdings bedenke, ich habe 10cm Mulch aufgetragen aber!!! Stroh. Du darfst auf keinen Falle Grasschnitt so dick auflegen. Den nur dünn, dass er verrottet und nicht fault. Stroh ist einfach genial für Kartoffeln, wenn du da welches bekommen kannst.

      Liebe Grüße Achim

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