Samstag, 5. August 2017

Erste Erfahrung mit Saatzwiebeln und es wuchert im Selbstversorger Gemüsegarten

Falsche Artikelnummer bestellt und dadurch wertvolle Erfahrung gesammelt


Im Winter nahm das Chaos seinen Anfang. Jetzt ist es abgeschlossen und ich bin dadurch reicher geworden. Reicher an einer neuen sehr schönen Erfahrung, reicher an Erkenntnis und reicher an schönen Zwiebelchen. 

Ende März berichtete ich bereits von meinem Mahlheur, HIER nach zu lesen. 

Zwiebeln sähen statt stecken ist total einfach und erfolgreich


Anstelle von Steckzwiebeln orderte ich scheinbar Zwiebelsamen. Zumindest kamen die im Paket mit, an Stelle der Steckzwiebeln. Steckzwiebeln habe ich noch nach bestellt. Und ich habe recherchiert. 

Es ist wohl tatsächlich so, daß den Saatzwiebeln eigentlich der Vorzug zu geben wäre. Und ich dachte immer, Zwiebeln müssen gesteckt werden. 

Also steckte ich die dann noch gekommenen  Steckzwiebeln. Es waren Schalotten der Sorte Red Sun. Die sind schon seit einiger Zeit geerntet und werden verbraucht. Mit der Ernte war ich dieses Jahr einmal sehr zufrieden. 

Die Samen kamen auch  in die  Erde. Und keimten rasch und zuverlässig. Im Gartenbuch las ich, wie unkompliziert das Zwiebelsähen ist. Man steckt pro Topf in der Topfplatte nicht unbedingt nur einen Samen, sondern man kann auch gleich mehrere hinein sähen. 

keimende Gemüsezwiebeln im März (c) by Joachim Wenk
keimende Gemüsezwiebeln im März (c) by Joachim Wenk

Beim Auspflanzen werden sie nicht vereinzelt, sondern so als kleiner Pulk  gepflanzt. Das probierte ich dann ganz gezielt noch einmal mit 3-5 Samen pro Topf. 

Irgendwann wurde ausgepflanzt. Und irgendwann habe ich sie ganz vergessen. Alles war sowieso von  Unkraut, Baumspinat, Borretsch, Melde, Ringelblumen und Giftbeere überwuchert. 

Jetzt habe ich mich einmal ans Werk gemacht, und alles im ersten Schritt grob entfernt. Die Ringelblumen haben schon Samen für nächstes Jahr verstreut und bekommen wieder den Mehltau. Die mussten raus. 

Unter all dem Dickicht waren erntereif die Saatzwiebeln der Sorte Rijnsburger Auslese. Ihr seht sie hier im Korb zum Trocknen. Herrliche runde gesunde Zwiebeln, die nur minimalst Laub, also Grün, hatten. Das stirbt jetzt ab. 

Die im Pulk gesetzten entwickelten sich so, wie im Buch beschrieben. Sie wurden alle gleichmäßig runde Zwiebeln,die sich einfach auseinander drückten, damit sie genug Platz haben. 

Gemüsezwiebeln Rijnsburger Auslese, aus Samen gezogen: Ernte (c) by Joachim Wenk
Gemüsezwiebeln Rijnsburger Auslese, aus Samen gezogen: Ernte (c) by Joachim Wenk



Also wenn das so unkompliziert und erfolgreich ist mit den Zwiebeln und den Samen, dann werde ich künftig nur noch sähen. In den Katalogen ist die Auswahl an Zwiebelsamen-Sorten ohnehin vielfältiger, als das Steckzwiebelsortiment. Und mit Steckzwiebeln habe ich bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Sie wuchsen nicht, faulten dann später. Die Ernte war immer unbefriedigend und den Aufwand nicht Wert. 

Gemüsezwiebeln und Knoblauch knollen Ernte (c) by Joachim Wenk
Gemüsezwiebeln und Knoblauchknollen Ernte (c) by Joachim Wenk

Verwilderter Knoblauch bringt erstklassige Ernte


Im Korb mit den Zwiebeln ist auch der Knoblauch, den ich beim Unkraut rupfen mit erntete. Im Frühjahr steckte ich viel zu spät. Ich kam einfach nicht dazu. Es waren schließlich mehr vertrocknete, denn kräftige Knoblauchzehen. Dieser Knoblauch entwickelte sehr kleine, etwa kirschgroße Knollen. 

In den letzten Jahren habe ich immer wieder hier und da beim Ernten einfach Knoblauch übersehen und der treibt dann im Frühjahr als Büschel aus. Da ernte ich gern das Grün für den Salat oder aufs Brot. Dieses Jahr grub ich einfach diese Büschel aus.  Die Not trieb mich dazu, weil ich ja keinen richtigen, ordentlich gesteckten Knoblauch, ernten konnte, durch meine Nachlässigkeit im Frühjahr. Neugierig war ich ja  beim ersten Knoblauchbusch,  was mich da erwartet. Ich war Baff. Ihr seht es im Foto, super große und schöne Knollen. Wieder ein Überraschungserfolg. 

Ringelblumen  - hübsch anzusehen, aber für eine reiche Ernte hinderlich


Die Aufräumarbeiten im Gemüsegarten werden wohl noch ein bisschen dauern. 

Hier seht ihr die ganze Pracht vor meiner Jäte-Wut. Der Gemüsegarten erhält durch die großen Bäumen ohnehin zu wenig Sonne. Das war auch einer der Gründe, warum alles Hohe und Wuchernde, das nicht mehr geerntet wird, weg mußte. Jetzt kommt mehr Licht an die Gemüsepflanzen. 


Bio-Gemüse-Garten im August (c) by Joachim Wenk
Bio-Gemüse-Garten im August (c) by Joachim Wenk

Bio-Gemüse-Garten im August (c) by Joachim Wenk
Bio-Gemüse-Garten im August (c) by Joachim Wenk

Bio-Gemüse-Garten im August (c) by Joachim Wenk
Bio-Gemüse-Garten im August (c) by Joachim Wenk


Das vorläufige Endergebnis meiner Aufäumaktion. 

Das kann ich dann gleich mit häckseln, wenn der Apparat ohnehin angeschmissen wird. Ich will ja noch eine Hecke stutzen, danach wird wieder gehäckselt. 


(c) by Joachim Wenk
Überflüssiges aus den Gemüsebeeten wurde entfernt (c) by Joachim Wenk


Bis der neue Häcksel-Mulch vorhanden ist, habe ich die große Fläche hier gleich mal mit Pappe bedeckt und mit Baustahl beschwert. Hier standen die Blauwschokker-Erbsen, viel Unkraut und Ringelblumen. Nach dem es weg war, wuselte es noch am Boden, dass man meinte einen Ameisenhaufen geöffnet zu haben. Aber es waren keine Ameisen, sondern unzählige verschieden Krabbeltiere. Unter der Erde sieht das ja auch so aus. Ein Leben ist durch den Dauermulch hier überall. Es ist einfach eine Freude. Mein Garten und der Boden leben, mangels Glyphosphat, RoundUp und anderen Zaubermitteln.  Das finden sicher auch die Frösche, die sich von diesem Getier ja ernähren. 

Ist das Wuchernde entfernt, sieht man das herrliche Gemüse

 Blaukraut im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
 Blaukraut im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk



Blick in den Gemüsegarten. Rechts die Einlegegurken in voller Blüte. Die Rankgitter stehen übrigens noch von den Erbsen hier. So war es geplant, als ich  Mitte Mai die kleinen Gurkenpflänzchen setzte. Die Erbsen waren da noch am Wuchern und bildeten Schoten. Jetzt sind sie abgeerntet, das Erbsenstroh am Kompost und die Rankgitter können, von den jetzt wuchernden Gurken und dem Kürbis in Beschlag genommen werden. 

Einlegegurken am Rankgitter (c) by Joachim Wenk




Hinter, über, unter und in den Einlegegurken, macht es sich der Kürbis bequem. Eigentlich stehen da auch  noch Paprika und Tomaten. Überzählige Pflanzen, die ich irgendwo unter bringen mußte. Sogar die hängen voller Früchte und die werden gerade reif.

Kürbis und Einlegegurken wuchern im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
 Kürbis und Einlegegurken wuchern im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk



Und wiederum hinter dem Kürbis, wächst der Topinambur. Seine Blüten bereichern optisch den Gemüsegarten. Der Platz direkt unter dem Walnußbaum, kann für anderes Gemüse absolut nicht genutzt werden. Dort im Boden gedeiht nichts. Topinambur allerdings schert sich nicht um ein dichtes Blätterdach und ein dichtes Wurzelnetz des Baumes, der gedeiht prächtig. Zu dumm, dass ich ihn einfach nicht mag. In keiner mir bekannten Zubereitungsart konnte er überzeugen. Dabei brächte er ohne Arbeits- und Pflegeaufwand meinerseits so schöne Ernten.

der Topinambur blüht (c) by Joachim Wenk
der Topinambur blüht (c) by Joachim Wenk



Im Beet neben dem Topinambur steht das Lagerkraut für Sauerkraut und der Rosenkohl. 

Spätes  Weißkraut und Rosenkohl (c) by Joachim Wenk
Spätes  Weißkraut und Rosenkohl (c) by Joachim Wenk



Auch ein paar spät gesäte Buschbohnen wachsen da noch und Winterlauch, den ich erst ausgepflanzt habe. Man sieht ihn gar nicht richtig am Foto.

Spätes  Weißkraut und Rosenkohl und später Lauch  (c) by Joachim Wenk
Spätes  Weißkraut und Rosenkohl und später Lauch  (c) by Joachim Wenk


Meine Dahlien blühen dieses Jahr gesammelt im Gemüsegarten. Beeindruckend ist die mannshohe Sir Alfred Ramsey mit Blüten von etwa 25 cm Durchmesser und mehr.

Dahlien Sir Alfred Ramsey und Galant Knight  (c) by Joachim Wenk
Dahlien Sir Alfred Ramsey und Galant Knight  (c) by Joachim Wenk

Wieder weiter, entgegen  dem Uhrzeigersinn, im nächsten Beet, steht der Meerrettich und - jetzt nach der Ringelblumenauslösch-Aktion- auch eine Reihe Lagermöhren.

Lagermöhren und Meerrettich (c) by Joachim Wenk
Lagermöhren und Meerrettich (c) by Joachim Wenk



Im Schneckenzaunbeet ist der Sommerlauch geerntet und eingefroren. Ein Teil vom frühen Weißkraut ist ebenfalls eingefroren. Der Rest muß dringend auch noch verarbeitet werden. Der erste Brokkoli hat eine schöne grüne Blütenknospe. Der Kopfsalat wurde nichts mehr, der schoß gleich. Aber ein oder zweimal können wir davon essen. Die Salatgurken wachsen und blühen und fangen jetzt auch an, zu tragen. Die ersten Gurken sind verspeist.

Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
fast schon herbstliche Stimmung im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk


Das Bohnentippi beweist mal wieder, daß fast 4 m nicht zu hoch sind ,für die Bohnen. Lediglich die afrikanischen Meterbohnen waren ein Reinfall. Andere, welche die gleichen Samen sähten, ernten schon laufend. Wieder was gelernt. Diese Bohnensorte brauche ich nicht an zu bauen bei mir.

Stangenbohnen am Bohnen-Tippi (c) by Joachim Wenk
Stangenbohnen am Bohnen-Tippi (c) by Joachim Wenk



Die Tomaten werden reifer und reifer. Bald geht das Einkochen los. Im mediterranen Grill-Gemüse und als Salat werden sie schon laufend her genommen.

Tomaten werden reif (c) by Joachim Wenk
Tomaten werden reif (c) by Joachim Wenk

Tomaten werden reif (c) by Joachim Wenk
Tomaten werden reif (c) by Joachim Wenk

Tomaten werden reif (c) by Joachim Wenk
Tomaten werden reif (c) by Joachim Wenk


Hilfe! Meine Himbeeren wachsen ins Unendliche

Beinahe glaube ich, die Himbeeren wollen es den Bohnen nachmachen. Wie pflegt man die nur richtig? Hat jemand einen Rat? Es sind Sommerhimbeeren. Die Ernte ist abgeschlossen und eigentlich sollte ich schon die abgetragenen Triebe entfernt haben. Der Bestand braucht dringend Luft. Die neuen Triebe sind unendlich am Wachsen. 3 Meter haben sie schon und die wachsen noch weiter. Das gibt nächstes Jahr unendliches Chaos, wenn sie austreiben und Blütentriebe entwickeln. 

So schlimm war es noch nie. Aber die waren schon immer viel zu hoch. Letztes Jahr kürzte ich dann im Herbst die Triebe auf etwa 180 cm. Das mache ich nicht mehr. Im Ergebnis, blieb dieses Jahr die Ernte fast vollständig aus. Dabei tragen sie sonst immer überreich. Aber durch den Rückschnitt trieben sie keine - naja fast keine - Blütentriebe. Also, wenn jemand Erfahrung mit solchen langen Trieben hat und mir sagen kann, was ich tun könnte, wäre ich dankbar. 

überlange Himbeer-Ruten bei Sommerhimbeeren (c) by Joachim Wenk
überlange Himbeer-Ruten bei Sommerhimbeeren (c) by Joachim Wenk

überlange Himbeer-Ruten bei Sommerhimbeeren (c) by Joachim Wenk
überlange Himbeer-Ruten bei Sommerhimbeeren (c) by Joachim Wenk


Im Gewächshaus wuchert es auch - hier aber sind es die Gemüsepflanzen

Noch ein Blick ins Gewächshaus. Hier mußte ich nichts wucherndes entfernen. Da achtete ich von Anfang an darauf, daß nur Kulturpflanzen und Mulch vorhanden sind. Auch hier alles gesund und munter. Inklusive dem noch immer dort wohnenden Laubfrosch. 

Die Tomaten haben grünes Laub bis unten am Boden. Das war die letzten Jahre nicht so. 

Tomaten im Gewächshaus  (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus  (c) by Joachim Wenk

Die Paprika sind wüchsiger als vergangenes Jahr. Aber nicht so, wie die Jahre davor.

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Aber über mangelnden Fruchtbehang kann ich mich nicht beklagen. Auch habe ich bereits geerntet.  Letztes Jahr fast gar nichts und sonst immer erst im September. Da ist es dieses Jahr schon beinahe perfekt. Schön wachsende, nicht zu sehr wuchernde Pflanzen und beizeiten reife Früchte.

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk


Die Aussaaten für Gemüse jetzt zum pflanzen, gelingen gerade nicht, wie sie sollen. Alles ist gakelig und schießt. Nur der Endivien, der mir besonders wichtig ist, entwickelt sich ordentlich. Den brauchen wir ja dann wieder im Herbst und Winter im Kartoffelsalat zu unseren Karpfen.

letzte Gemüse Jungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
letzte Gemüse Jungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk


Für dieses Mal also wieder ein ausführlicher Bericht über den Gemüsegarten vom Selbstversorger. 

Beim nächsten Mal gibt es wieder Fotos vom Heckenschnitt und vielleicht von hübschen Blüten. 

Komme ich mal wieder  zum Kochen, werde ich auch diese Rezepte wieder bei achimsgartenzumessen.de veröffentlichen. 

Bis dahin wünsche ich ein schönes Gartenwochenende. 

Kommentare:

  1. Mensch, welch wunderbarer Garten. Da wäre ich ja auch gerne mal eine Tag und würde ihn bestaunen.

    Zu den Himbeeren habe ich zwar keinen Rat , habe aber eine Seite im zuge meiner Bachelorarbeit gefunden , vielleicht hilft sie ja :http://www.bio-gaertner.de/

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    1. Danke für das schöne Kompliment, Jule. Wenn du mal in der Nähe bist, ruf an und komm vorbei, dann kannst ihn mal bewundern. Dann allerdings siehst du ganz nebenbei auch all die nicht so schönen oder gelungen Dinge (Krankheiten, schlechter Wuchs oder ähnliches).
      Die Seite schau ich mir mal an. Vielen Dank für den Link und liebe Grüße Achim

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