Freitag, 23. September 2016

Kann man die Amaryllis durch Samen vermehren?

Kann man wohl die schön blühenden Amaryllis vom Wohnzimmerfenster durch Samen vermehren?

"Yes, we can!", ja man kann!

Ich bin da ja selbst ganz erstaunt. Im Sommer ergab sich aus reinem Zufall und wieder einmal, gerade wegen einem etwas laxeren Gärtner-Stil (es muß nicht immer alles sofort oder noch eher geleckt und sauber und weggeräumt aussehen), ein Experiment.

Meine Amaryllis haben  wieder ganz wunderbar geblüht. Im Mai habe ich von meinen Amaryllis und ihrer besonderen Geschichte berichtet:



blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk

blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk


Aus Platzmangel stehen sie nicht im Wohnzimmer, sondern im Palmenhaus im Garten. Nach der Blüte schnitt ich nicht sofort alles Verblühte ab. Es dauerte nicht lange, da bildeten sich ganz dicke Knubbel an der ehemaligen Blüte. Es entwickeln sich anscheinend Samen. Jetzt war meine Neugier geweckt. Abgeschnitten wird jetzt erst recht nichts mehr.

Nach einer ganzen Weile öffneten sich  die mittlerweile vergilbten Knubbel und  hinterließen eine echte Sauerei am Tisch. Unmengen kohlrabenschwarzer flacher Pergamentteilchen in der Größe von Konfetti flatterten überall herum. Sind das die Samen? Platt wie Papier, ohne erkennbare Verdickung, die auf einen Keimling hinweisen könnte.

Samen der Amaryllis (c) by Joachim Wenk
Samen der Amaryllis (c) by Joachim Wenk


Vielleicht waren sie doch nicht bestäubt und oder diese Pflanzen sind gar nicht über Samen vermehrbar?  Das ist ja auch bei den Stauden immer wieder der Fall. Sicherheitshalber legte ich die Samen aber doch  in eine  Schale mit Anzuchterde.

Sie standen einfach so im Palmenhaus. Ich kippte hin und wieder etwas Wasser hinein. Dann kamen Keimlinge! Ganz viele winzige Amaryllis.

Mittlerweile müssen sie langsam wirklich pikiert werden. Ich kaufte winzige Blumentöpfe mit etwa 2 cm und 5 cm Durchmesser. Gestern nun kam ich endlich dazu, sie zu pikieren.

Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk
Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk

Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk
Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk

Was für kräftig Pflänzchen. Jedes hat eine winzige erkennbare Zwiebel bereits angelegt und die Wurzeln sind total kräftig. Leider habe ich nicht genug Töpfchen gehabt, so dass noch welche in der Saatschale verharren mussten. Ich kaufe aber noch Töpfchen. Diese schönen Pflänzchen sind mir einfach zu schade zum Entsorgen.

Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie sie weiter wachsen und wann und ob sie einmal blühen werden. So super, wie das aber bisher alles läuft, bin ich mir sicher, daß man also tatsächlich seine Amaryllis durch selbst gezogenen Samen vermehren kann. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wenn die ersten Blüten erscheinen.












Montag, 19. September 2016

Herbststimmung

Es ist ein Samstag morgen, mitten im September. Nach ein paar  Tagen in der Ferne auf einem Kongress, erwache ich wieder im eigenen Bett und draußen ist es trübe. 

Es gibt die nächsten Tage keinen Sonnenschein, das sehe ich sofort. Leichter Nieselregen fällt, als gehe einer mit einem riesigen Topfpflanzensprüher übers Land. Wind weht und das Thermometer zeigt knapp über 10°C. Mehr als 13 °C werden aus auch so schnell nicht wieder. 

Es ist traumhaft. Ich merke, wie erleichtert und heiter gestimmt ich bin. Wie dringend war doch der Regen und die Abkühlung notwendig. Nichts hält mich davon ab, mit langer Hose, Pullover und Vliesjacke im Garten zu werkeln. 

Noch immer müssen einige Stauden der letzten Lieferung in den Boden.  Aber trockenheitsliebende Gewächse, die zwangsweise in großen Blumentopfuntersetzern, gefüllt mit Wasser stehen? Das war nötig, damit sie die Tage an denen ich die letzte Zeit immer wieder unterwegs war bei deutlich über 30°C und blauem Himmel überstehen. Wasser im Untersetzer allerdings ist für sie ja auch Gift. Welches Gift wähle ich also, zu viel Wasser oder verdursten lassen? Diese Frage ist nun vorüber. Sie kommen, zusammen mit den gestern auf der Heimfahrt in einem riesigen Gartencenter gekauften Stauden, in den Boden. 

Der Boden ist ein Traum. Locker, braun und voller Regenwürmer. Vor gerade mal einem Tag war er noch hart und trocken und leblos. Die Pflanzen im Garten erholen sich. Die Fliederbüsche entrollen ihre Blätter wieder und sehen grün, statt ockerfarben aus. 

Und ja, es hat jeder Moment im Garten etwas Schönes. Wenn man Garten und Natur liebt, liebt man auch solches Wetter, gerade nach dem vorangegangenen Wetter. 

Wie sehr ich das alles genieße und mit meinen Pflanzen aufatme könnt ihr in den Fotos sehen. Alles naß, trist, kalt und ohne Sonne, aber dennoch schön finde ich. 


Herbststimmung (c) by Joachim Wenk
Herbststimmung (c) by Joachim Wenk

Herbststimmung (c) by Joachim Wenk
Farbe trotz Regen (c) by Joachim Wenk
Das patagonische Eisenkraut hat sich wirklich üppig selbst ausgesät und die Mutterstaude ist selbst auch erfolgreich über ihren ersten Winter gekommen.
patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk



Herbst im Beet (c) by Joachim Wenk
Herbst im Beet (c) by Joachim Wenk

Regentropfen auf Rosenblättern (c) by Joachim Wenk
wie lange hatten wir solche Bilder schon nicht mehr im Garten.... (c) by Joachim Wenk


Das Zimbelkraut gab es auch als Staude im Gartencenter. Ich mag es sehr.  Es samt sich leicht selbst aus und ist dann überall. Keine Mauerfuge, wo es nicht noch Lebensraum finden würde. Und die Blüten sind zwar wirklich winzig, aber wenn man sich zu ihm hinab kniet und Aug' in Aug' mit seinen Blüten ist, kann man sie wirklich ob ihrer Farbgebung, Farbverlauf und Form bewundern.

Es kommt mir sehr wenig an Nahrung und Wasser aus. Bekommt es mehr davon, wächst es auch mehr. Hier zum Beispiel im Topf der Washingtonia.

Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk
Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk

Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk
Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk


Manche Blüten sehen aus, als würde ihnen die nasse Dusche nicht wirklich gefallen. Aber das ist nur eine Momentaufnahme. Sobald man sich wegdreht und sie unbeobachtet sind, schütteln sie sich kurz, wie mein Hund nach dem Bad im Weiher, und stehen im nächsten Moment aufrecht strahlend im Beet. Seht ihr nicht, wie sie einen anschielen und darauf warten, dass man wegguckt?

regennasse Herbstblüten (c) by Joachim Wenk
regennasse Herbstblüten (c) by Joachim Wenk


Mit den Herbstchrysanthemen, im Frühjahr gepflanzt, habe ich meine Blühsaison noch einmal deutlich verlängert. Oben die  hübschen altrosa-farbenen sind frühe Blüher und liefern bereits jetzt Farbe in die Beete. Dann habe ich noch ein paar wirklich späte genossen gepflanzt. Blütezeit Oktober-November. Also mal ehrlich, es gibt nicht viele Stauden, die diesen Aufdruck am Etikett haben. Über und über sind sie mit Knospen besetzt und warten wirklich bis sonst alles um sie herum verblüht und vergangen ist. Dann werden sie auftrumpfen und noch einmal für Farbe im Grau und Nebel sorgen.

gewappnet fürs  Blühen im ganz späten Herbst, die Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
gewappnet fürs  Blühen im ganz späten Herbst, die Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk


Ihre Saison hingegen geht bald zu Ende. Die Kübelpflanzen werden nicht mehr all zu lange draußen bleiben können. Die Cassia allerdings kümmert sich da nicht drum. Sie blüht und blüht und leuchtet und leuchtet. Eine wirklich sehr pflegeleichte und ausdauernde Blüherin in erstaunlichem Gelb.


Cassia in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
Cassia in voller Blüte (c) by Joachim Wenk

Im großen Staudenbeet habe ich erste Stauden verpflanzt (die großen Stockrosen, die vorne statt hinten im Beet standen) und neue gepflanzt. Der Boden auch hier ist schön locker, jetzt feucht und belebt. Es fehlte eben das Wasser. Nach dem Beginn meines intensiven Gießens sproß auch hier vieles und jetzt mit dem Regen wird noch mal richtig geblüht.

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk

Das ist schon komisch, wie man manches erst am Foto so richtig sieht und nicht schon direkt im Garten. Während ich diese Zeilen schreibe merke ich, daß mein Farbschema für das Beet ja tatsächlich auch jetzt im Herbst noch voll eingehalten wird.

rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk
rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk

rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk
rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk


Die Kletterrose bringt mir doch tatsächlich, wegen dem Gießen, nicht nur neue Triebe sondern auch ein paar weitere Blüten.

Rosenknospe an der Kletterrose (c) by Joachim Wenk
Rosenknospe an der Kletterrose (c) by Joachim Wenk

Die Strauchrose Parfum de l'hay , im Frühjahr gepflanzt, zweimal geblüht, schiebt auch nach wegen dem Wasser durchs gießen neue Triebe. Ich kann mein erstaunen gar nicht oft genug ausdrücken. Es fehlt "einfach nur" an Wasser. Weder an Dünger noch an sonstigen Bodenveränderungen. Überall, wo ich konsequent anfing zu bewässern, egal wie viel Aufwand es manchmal  machte, fingen die Stauden und Rosen und sogar Säulen-oder Spalierobstbäume an zu treiben und munter zu wachsen. 

Strauchrose treibt nach Trockenheit wieder aus (c) by Joachim Wenk
Strauchrose treibt nach Trockenheit wieder aus (c) by Joachim Wenk

Bevor ich in den Gemüsegarten gehe, noch ein Bild vom wieder stark gewachsenen Hausbaum mit Buchsrondell.

Baumhaselnuß mit Buchs-Rondell (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß mit Buchs-Rondell (c) by Joachim Wenk



Von den beiden Spalierbäumen, die ich im April erst eintriebig gepflanzt habe.

Apfelspalier im ersten Jahr (c) by Joachim Wenk
Apfelspalier im ersten Jahr (c) by Joachim Wenk


Und vom Weinberg, dessen Triebe im nächsten Jahr die ersten Trauben bringen werden.

Weinberg im Herbst (c) by Joachim Wenk
Weinberg im Herbst (c) by Joachim Wenk


Im Gemüsegarten blüht diese vielblütige Sonnenblume.

mehrblütige Sonneblume im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
mehrblütige Sonneblume im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Und im Gemüsegarten sieht es im Moment wirklich sehr ungepflegt und chaotisch aus. Selbst auf dem angrenzenden Weg herrscht Chaos. 



überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk

Das hier ist ein Weg aus Waschbetonplatten. Gut der wuchernde Gemüsedschungel ist ja noch ganz hübsch aber der Rest. Jeder Weg ist zugemüllt, als hätte ich den Mulch nicht in die Beete sonder ebenfalls flächendeckend auf alle festen und getrampelten Pfade oder Wege verstreut. 

überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk

Ich habe das zusammenkehren längst gelassen, das es wenige  Stunden danach wieder so aussieht. Aber was nützt der ganze Ärger, wenn man weiß woher es kommt. Immerhin sind sie ja auch während meiner Gartenarbeit überall ständig zu Gange. Und ich kann ihnen nicht böse sein. Es sind die Amseln. Sie sehen abgemagert aus, zerzaustes ungepflegtes Geflügel mit kahlen Stellen. Nach monatelanger Trockenheit und unerträglicher Hitze sind sie einfach am Ende. Ausser bei  mir in den Gemüsebeeten finden sie ja weit und  breit kein Fleckchen feuchte Erde, in dem man nach leckeren Würmern scharren könnte. Und erst eine Pfütze zum Trinken? Nichts ist zu finden. Ausser eben bei mir im Garten. Dafür, daß sie mir alles so zerzausen habe ich ihnen auch noch eine Schale mit immer frischem Wasser hingestellt. Wie sollen sie sich da auch was anderes zum Graben suchen? 

Wahrscheinlich ist die Feuchtigkeit in den Beeten auch wirklich der Grund, warum ich so unsagbar viele Frösche aller Größen und Farbgebungen überall im Garten habe. Ich kann in keinem Beet, sogar nicht im Erdbeerfaß oder am Kompost, etwas machen, bewegen, ernten, aufklauben oder sonst etwas, ohne einen Frosch auf zu scheuchen. Letzthin hoppelte einer, als ich mit der Gießbrause im Garten stand, an mir vorbei immer ordentlich auf dem Weg durch die Gemüsebeete. 

Ich erschrecke dummerweise leicht und so auch jedesmal, wenn es wo raschelt und springt, während ich mich gerade bücke oder etwas im Beet schaffe. Heute am verregneten und daher sehr ruhigen Tag im Garten, erschrak ich schon wieder. Ich gieße gerade das Erdbeerfass (es steht unterm Walnußbaum und ist ganz trocken von den letzten Tagen, da muß auch heut bei Regen wieder die Brause her) und wieder raschelt es hinter mir. Boa, was für ein riesiger Frosch. Mindestens 25 cm lang und über und über mit Stacheln bewaffnet. Nein! Natürlich ist es diesesmal eben kein Frosch sonder der Igel, den ich schon immer unterm Brennholzstapel habe grunzen hören, machte seine Runde.  Auch er hat natürlich hohen Bedarf an Wasser und Nahrung für seinen Winterspeck. Nahrung bei der vergangenen Dürre war natürlich sehr knapp. Wasser hatte er ja durch meine aufgestellten mit Wasser gefüllten Blumentopfuntersetzter. 

Und wo ich doch gerade so über die Nahrung der armen Mitbewohner spreche, schwenke ich gleich mal zu meiner Nahrung über. 

Reifendes Obst und Gemüse im Herbst sieht ebenfalls bei Regen schön aus. So kommt die Jahreszeit, eben der Herbst, deutlich zur Geltung. 




reifende Birnen am Säulen-Obstbaum (c) by Joachim Wenk
reifende Birnen am Säulen-Obstbaum (c) by Joachim Wenk


Weißkraut für Sauerkraut im Winter (c) by Joachim Wenk
Weißkraut für Sauerkraut im Winter (c) by Joachim Wenk

Rotkohl wird eingekocht für leckere Bratenbeilage (c) by Joachim Wenk
Rotkohl wird eingekocht für leckere Bratenbeilage (c) by Joachim Wenk

Brokkoli für köstliche vegetarische Gerichte (c) by Joachim Wenk
Brokkoli für köstliche vegetarische Gerichte (c) by Joachim Wenk



Im Erdbeerfaß wird noch immer fleißig geblüht.  Die immertragende Sorte Ostara liefert gerade wieder einen neuen Schwung großer und sehr süßer, aromatischer Erdbeeren. Frische Erdbeeren Mitte September ist nicht üblich und daher genießen wir die Früchte meist gleich frisch vom Beet. 

dauertragende Erdbeeren (Ostare) tragen noch im September (c) by Joachim Wenk
dauertragende Erdbeeren (Ostare)
 tragen noch im September (c) by Joachim Wenk

Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk

Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk


Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk


Chinakohl (c) by Joachim Wenk
mein erster Chinakohl (c) by Joachim Wenk


Diese eine Reihe Tomaten war von Anfang an immer welk. Irgendwas ist hier aber wirklich im Boden, denn die gleich Sorte in der Reihe daneben ist grün und wächst stark. Gegossen sind alle gleich. Jedenfalls hat die Hitze sie gänzlich kaputt gemacht. Ansonsten aber tragen die Tomaten weiter sehr sehr reichlich und mit irre süßen Früchten in diesem Jahr.

Tomaten im September  (c) by Joachim Wenk
Tomaten im September  (c) by Joachim Wenk


Die reifende Blauhilde in blassem Lila mit dem gelblich verdorrten Laub ist doch auch ein typisches Bild des Herbstes. 
Herbstfarben (c) by Joachim Wenk
Herbstfarben (c) by Joachim Wenk



Sattgrün dagegen stehen Winterlauch, Möhren und Sellerie im Beet.

Möhren, Lauch und Sellerie für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk
Möhren, Lauch und Sellerie für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk


Im abgeernteten Kartoffel-Hochbeet wächst die letzte Generation Kopfsalat und Rucola heran. Weil über dem Hochbeet diese Stangen dazu geliefert wurden, nutze ich das gleich, um ein Gemüsenetz-Zelt zu spannen. Vielleicht das einzige Beet, in dem die Amseln nun wirklich draußen bleiben müssen und mir meine zarten Salatpflanzen nicht zerrupfen dürfen.

Außen herum ist Gründünger (Phacelia und Buchweizen) aufgelaufen.

Salat und Rucola (c) by Joachim Wenk
Salat und Rucola (c) by Joachim Wenk



Freitag, 16. September 2016

Blüten im Herbst

Der Herbst, der ein Hochsommer war, geht wohl doch auch einmal zu Ende. Trotz der unglaublichen Hitze und Dürre bei uns blüht es, gemäß meinem innigsten Wunsch, nach wie vor überall in meinem Garten. Ohne intensives Bewässern wäre das nicht möglich. Und die Umgebung der einzelnen Blüten sieht auch alles andere als schön aus. Überall Verdorrtes und Braunes. Daher kommen heute meine Blüten einmal ganz groß raus, als Nahaufnahmen.

Die hübsche weiße Herbstanemone efreut mich nun schon den zweiten Herbst. Leider weiß ich nicht mehr, welche Sorte es ist. Das Dottergelb in der Mitte finde ich aber ausnehmend schön zu dem absolut reinen Weiß außen herum.
Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
 Die rosa Herbstanemone "Serenade"  daneben habe ich erst vor kurzem blühend gekauft. Ich konnte nicht an ihr vorbei gehen. In dem Beet war ohnehin noch Bedarf an Stauden...
Herbstanemone "Serenade" (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone "Serenade" (c) by Joachim Wenk

Im Fliederbeet blühte plötzlich dieser Goldmohn in ebenfalls wunderschönem crème-weiß. Wo der her kommt weiß ich nicht. Auch habe ich die Pflanze vorher nicht bemerkt. Der irre gold-orangen Feuermohn in einem anderen Beet blüht ja schon seit Monaten. Warum der hier erst jetzt erschien und blüht kann ich wirklich nicht sagen. Ich freu mich einfach über diese völlig unerwartete und gelungene Überraschung der Natur.

Goldmohn in crème-weiß mit gelber Mitte (c) by Joachim Wenk
Goldmohn in crème-weiß mit gelber Mitte (c) by Joachim Wenk

Goldmohn in irrem Feuerrorange (c) by Joachim Wenk
Goldmohn in irrem Feuerrorange (c) by Joachim Wenk



Die gelbe Färberkamille hat neu ausgetrieben und blüht ein zweites Mal. Davor die im Frühjahr gepflanzte Herbstchrysantheme "Clara  Curtis" blüht bereits seit längerem.

Herbstchrysantheme "Clara Curtis" vor gelber Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysantheme "Clara Curtis" vor gelber Färberkamille (c) by Joachim Wenk

Im Rondell unterm Hausbaum leuchtet der Storchschnabel Geranium Hybride "Sweet Heidy".


Geranium "Sweet Heidy" (c) by Joachim Wenk
Geranium "Sweet Heidy" (c) by Joachim Wenk



Im großen Staudenbeet erholte sich seit dem Bewässerungsschlauch einiges wieder. Die Rosen bekamen neue Triebe und blühen jetzt wieder.
Damaszener Rose "Jacques Cartier" (c) by Joachim Wenk
Damaszener Rose "Jacques Cartier" (c) by Joachim Wenk
Diese Dahlie verblüffte mich bereits letztes Jahr. Ich hatte nur drei Sorten und alle in rose-pink. Nach ein paar Jahren, also im letzten Sommer blühte ein urplötzlich so, wie auf dem Bild zu erkennen. Dieses blüht sie wieder so und hat scheinbar ihre Farbe geändert?

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk


Und ganz kann ich das Gemüse dann doch nicht aus dem Bericht heraus lassen. Ist es doch der Hauptakteur meines Selbstversorgergartens. Und ich bin ein Verfechter der Schönheit auch eines Gemüsegartens und einzelner Gemüse. Hier also ein paar herbstliche Ernteprodukte. Ufokürbisse Patisson und der Zierkürbis Sweet Dumpling. Er ist mir das erste Jahr gelungen und ich weiß jetzt nicht, ob die Größe so normal ist. Oder hat der Wassermangel unten im Weihergarten sie nicht größer werden lassen? Die Übersetzung von dumpling lautet Kloß, Knödel oder eben Pummelchen. Ich finde süsses Pummelchen passt hervorragend zu diesem Kürbis. Er ist wohl wirklich eher ein kleiner Kürbis. Jedenfalls ist das ein eßbarer Zierkürbis, dessen orangefarbenes Fruschtfleisch sehr gut schmecken und an Kastanien erinnern soll. Wir werden sehen, ob da verwertbares Fruchtfleisch drin ist. Er ist jedenfalls lange lagerfähig und so hat es keine Eile  mit der Verkostung.

Ufokürbis Patisson und essbarer Zierkürbis Sweet Dumpling (c) by Joachim Wenk
Ufokürbis Patisson und essbarer Zierkürbis Sweet Dumpling (c) by Joachim Wenk

Donnerstag, 15. September 2016

Ein paar Gedanken zum Tomaten entgeizen

Ich habe nun schon ein paar Mal in den sozialen Netzwerken darüber gelesen, wie so mancher das Tomatenentgeizen verteufelt, während andere darauf schwören. 

Interessant war einmal eine Diskussion, in der ein Hobbygärtner klagte, daß er sehr pflichtbewusst entgeizte und nun keinen Ertrag hat. Er erwähnte auch, daß er sie rechtzeitig "oben gekappt" hat. 

Das brachte mich dazu, meine eigenen Erfahrungen zu erinnern. 

Zuerst hatte ich die Tomaten an den bekannten Spiralstäben im Beet. Damit ich mehr ernten kann, dachte ich, zog ich sie 2-3 Triebig nach oben. Das wird zuweilen ja auch empfohlen. Nicht bedacht, wird bei diesen Empfehlungen, daß man an einem Spiral-Stab nicht 3 Triebe hoch ziehen kann. Das ergibt ein unübersichtliches Gestrüpp. Man kann nicht mehr ordentlich entgeizen und die Tomatenpflanze wuchert zu einem grünen Monster heran. Der Fruchtbehang leidet darunter und wehe es ist ein auch nur leicht feuchter Sommer. Dann hält sich die Feuchtigkeit in dem vielen Laub und die Braunfäule freut sich. Nicht nur, daß ich die zweiten und dritten Triebe erst gar nicht am Stab fest machen konnte, so wuchsen zu allem Überdruß die Pflanzen auch weit über die Stäbe hinaus. Am Ende konnte ich eigentlich überhaupt nichts ordentlich fest machen und stützen. 

Wie anders wiederum ist es bei den sogenannten Wildtomaten. Rote und gelbe Murmel kenne ich da. Die wird nicht entgeizt, wird zu einem gigantischen Tomaten-Monster-Busch mit ebenso gigantischer Tomatenernte. Ihr macht die Feuchtigkeit im Gestrüpp nichts, weil sie nicht anfällig ist für die Braunfäule. Allerdings benötigt man dazu viel Platz im Beet oder dem Balkon und die Ernte wird in dem Dickicht auch erschwert. Also ab und an ein paar Aste wegnehmen ist hier kein Problem. 

Zurück aber zu den normalen Tomaten und dem Entgeizen und Kappen. 

Ich habe hier, um meine Gedanken anschaulich machen zu können, einmal ein Foto beigefügt. Ihr seht die Tomate Quadro im Freiland. Ich ziehe sie jetzt an Schnüren empor, die oben an der Stange befestigt sind. Die Stange ist in 2m Höhe über dem Beet und wo die Tomate ist, seht ihr ebenfalls. Die Tomatensorte ist stark wüchsig mit langen Internodien (das sind die Abstände zwischen den Blattpaaren am Stamm).

Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab  für Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab
für Tomaten (c) by Joachim Wenk

Davor habe ich den klassischen Tomaten-Spiralstab in den Boden gesteckt. Man sieht, wie winzig diese Stäbe sind. Hat man nun also eine stark wachsende Tomatensorte an so einem Stab und entgeizt oder kappt auch noch, wenn sie oben ist, die Spitze, so ist klar, was passiert. Da können ja keine Früchte wachsen. 



Hätte ich das gemacht, wäre nach einer Traube Schluß. Die meisten Früchte hängen höher, als so ein Stäbchen lang ist. 

Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab  für Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab 
für Tomaten (c) by Joachim Wenk

An so einem Gestell kann ich die Tomaten auch mehrtriebig ziehen, weil nicht nur senkrecht Schnüre gespannt sind, sondern auch waagerecht. Da kann man die zusätzlichen Triebe gut anbinden. Ich habe das im ersten Jahr gemacht. Aber ich habe gemerkt, daß die Früchte schöner sind und reichlicher und besseren Geschmack haben, wenn eine Pflanze nicht 3 Triebe versorgen muß. So pflanze ich jetzt einige wenige Pflanzen mehr, dafür entgeize ich und ziehe eintriebig. 

Immer wieder hatte ich Blätter an den Tomaten, die sich, obwohl dunkelgrün, total eingerollt haben. Recherchen zeigten mir, daß hier zu viel Stickstoff vorhanden ist (meine Brennessljauche) und die Tomaten den gar nicht verbrauchen können. Sie rollen daher die Blätter ein. Hier komme ich wieder zum Entgeizen. Als ich das bemerkte, wurde ich nachlässiger im Entgeizen, habe auch die Triebe ober über der Stange nicht gekappt. Zwar werden die alleroberstern Früchte nicht mehr reif, doch wollte ich den Pflanzen helfen über die vermehrt gebildete Blattmasse mit dem Stickstoffüberangebot zurecht zu kommen. Es hat funktioniert! 


Also muß man wohl beim Entgeizen auch flexibel sein. Welche Sorte habe ich? Wie viel Platz ist vorhanden und  wie stütze ich meine Pflanzen? Es gibt da einiges zu bedenken. 

Bedenken sollte man auch, daß eine Pflanze mit zwar vielen Früchten aber wenig Blättern, keine geschmackvollen und süßen Früchte produzieren kann. Sie benötigt dazu die Blätter als Fabriken, um das Sonnenlicht umzuwandeln und die Nährstoffe aus dem Boden zu verarbeiten. Es gibt Menschen, die zupfen, wenn die Tomaten voll hängen, alle Blätter ab. Erstens sieht das doch entsetzlich aus und zweitens ist das, wie gerade beschrieben, kontraproduktiv. Diese Früchte reifen dann so, wie im Herbst die letzten Früchte, die man fast noch grün abnimmt und im Keller bis zur vollen Nachreife aufbewahrt. Sei werden rot, das mag sein. Aber der Geschmack ist ein deutlich anderer, als der am Stock vollständig ausgereiften Früchte. Eben wässrig und fad. Eher noch zum Kochen zu verwenden, also für die herzhafte Vesper nach anstrengenden Gartentagen. 

Bei den ausgwachsenen Pflanzen kann man allerdings die unteren Blätter, die ohnehin bald gelb werden, entfernen. Das verhindert, daß der mit Braunfäulesporen verseuchte Boden aus dem Beet auf diese Blätter gespritzt wird. Das passiert beim Gießen oder dem Regen. So gelangen die Sporen auf große Pflanzenflächen und können jetzt angreifen. Sind die untersten Blätter entfernt, daß auch keine mit dem Boden in Berührung kommen, kann das nicht passieren. Es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, daß die Tomaten länger gesund bleiben. Eine Mulchschicht unter den Tomaten dient ebenfalls auch dem Zweck, daß Boden nicht hochspritzen kann. 



Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab  für Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab 
für Tomaten (c) by Joachim Wenk